Ausgleichende Gerechtigkeit

6. November 2009 von texteundtee

Ein Teehändler, nennen wir ihn Herrn D, wollte mit mir eine Lesung aus „Schwarztee“ veranstalten. Auch nachdem er beim Verlag um tolle Konditionen geschnorrt hat – übrigens in nach meinen Umgangsformen unhöflichem Tonfall – , um das Buch mit großem Gewinn weiter zu verkaufen, wollte er mir als Autorin kein Honorar zahlen. Die Lesung sei doch Werbung für das Buch …

Also ist es nur recht und billig, Herrn D aufzufordern, mir für die entstandenen Mühen von jeder Schwarzteesorte 10 dag Kostprobe zuzusenden – sollten die Sorten entsprechen, werd ich für ihn werben.

Disziplin wieder finden

5. November 2009 von texteundtee

Es kam ein Kommentar zum Blogartikel über die Schreibdisziplin. Aus gegebenem Anlass also: 1001 Tipp, um aus dem „Dahineiern statt schreiben“ raus zu finden!

  • Motivation durch Recherche: Es gibt so Tage. Da läuft nichts rund, manches aus dem Ruder und die Worte so gar nicht. Da gibts für mich nur eines: Raus! Und zwar an einen Ort, der mich inspiriert. Das kann insbesondere ein Ort der Handlung in meiner Geschichte sein. Wie kürzlich die Innenstadt und das Viertel um die Schottengasse. Als Nebenprodukt fand ich gleich auch noch ein hübsches Computergeschäft. (Autorinnen interessieren sich nicht nur altmodisch für Papier, sondern auch für moderne Schreibgeräte.)
  • Motivation durch Ausspannen: Bewusst x Tage frei nehmen von einer Geschichte. (Das kann 1 Tag sein oder auch 5, muss man damit spielen & ausprobieren.) Was es bringt? Es wirkt zwar wie Selbstbetrug, Freizeit statt endlich weiter schreiben … aber die Geschichte ruht ja nur äußerlich. Im Kopf, zumindest in meinem, fallen die richtigen Dinge dann an den richtigen Platz. Und nach ein bisschen Erholung schreibt es sich schon ganz anders.
  • Motivation durch Feedback: einem kompetenten Menschen, Testleser, der Lektorin oder einer Buchhändlerin ein Stück zu lesen geben. Die Rückmeldung beflügelt Motivation wie auch Ideenfindung. Und seien es nur Fragen. Sehr oft aber gibt es Lob in dieser Form! Mit vertrauten Autorenkollegen über ein Projekt zu reden, bringt auch viel Neues, Richtungen, an die man beim Schreiben noch gar nicht gedacht hat.
  • Banal aber wahr: Abschalten tut dem Schriftstellerkopf wohl. Ob in die Natur, Sport betreiben oder ins Kaffeehaus, eine Ausstellung oder ein Museum (siehe 1. Punkt – vielleicht gibt es was zum Thema der Geschichte?). In der Ziellosigkeit liegt viel verborgen, wird anderes möglich. Die Freude am Schreiben und an der Geschichte kommt zurück, weil alles jetzt Spiel sein darf. Es ist ja Freizeit, man ist zu nichts gezwungen.
  • Dasselbe gilt übrigens für Entspannungstee statt noch mehr Koffein. In der Erholung kommt man wieder zur Kraft.
  • Exposee, Plot, Manuskript wieder lesen, insbesondere Teile, die man schon länger nicht in der Hand hatte. Wer Lust hat, clustert mal wieder drauf los – zB. mit dem Namen der Hauptfigur als Ausgangspunkt.
  • …..

Keine Antwort …

3. November 2009 von texteundtee

Keine Antwort ist auch eine Antwort, heißt es. Aber warum das selbst in der Literatur- und in der Kommunikationsbranche üblich ist, gibt mir Rätsel auf.

Mit dazu zählen zum Beispiel der Textstand am Naschmarkt: Nach erstem Interesse – kein Laut mehr. Mit dazu zählt ebenfalls Thalia W3 – keine Reaktion. Was ist so schwer an einem freundlichen, höflichen „Danke, wir haben kein Interesse / uns anders entschieden /was auch immer … „?

Auch das Teehaus Haas am Wiener Stephansplatz – man erinnert sich – keine weitere Reaktion, ob man denn jetzt eine Rest-Gutschrift auf einen zum Teil verbrauchten Gutschein ausstellen könne, der AK gegenüber hatten sie noch behauptet, das sei nur an jenem Tag aufgrund Computerproblem der Fall gewesen.

NaNoWriMo und die Sache mit der Schreibdisziplin

3. November 2009 von texteundtee

Jetzt schreiben sie also wieder, beim National Novel Writing Month – dem Schreibmarathon, im englischen Sprachraum als nationaler Wettbewerb quasi gegen sich selbst erfunden, mittlerweile ein weltweites „großes Ding“. Im Literaturgeflüster gibt’s Berichte von Eva Jancak, und „Writingwoman“ Petra A. Bauer hat sich dazu entschlossen, um ihr neues Manuskript schneller zu schreiben.

kafkaSchneller schreiben, geht das?

Die altbekannte Sache mit der Disziplin beim Schreiben. Ein bisschen herum eiern, da und dort inspirieren lassen, auf einen Kaffee gehen, Leute beobachten – ja, all das mag gut sein. Auch das Lesen von Büchern anderer. Und auch Pausen und nichts tun, vor sich hin träumen. Nur so entstehen Geschichten.

Aber, und jetzt kommt’s: Wenn man nur dies Andere tut – wann schreibt man dann?

Ich stehe hier gerade vor der Herausforderung, mein historisches (Kriminal-)Romanprojekt wieder anzugehen, nachdem es einige Monate ruhte. Was tue ich? Ich lese die bisherigen Seiten und Kapitel durch, bin begeistert. Dann denke ich nach, wie es weiter gehen kann. Suche nach Inspiration. Immerhin auch im Bezirksmuseum Leopoldstadt, wo mir ein freundlicher Mitarbeiter ungemein half, zum Beispiel Stadtpläne bereit stellte.

Dann die Sache mit dem Beginn des Manuskripts, mit dem ich nicht glücklich war. Jetzt hab ich ein paar Seiten vorne neu geschrieben, und heute vormittag scheint das so zu passen. Für den Moment. Ich gehe den Anfang sowieso immer nochmals intensiv durch, wenn das ganze Buch, also die ganze Geschichte mit sämtlichen Details steht. Vielleicht unorthodox, aber nur so meine ich, meine Leserinnen und Leser in die Geschichte locken zu können.

„Schlechtes Gewissen 2.0″

2. November 2009 von texteundtee

Was Kollegin Petra van Cronenburg bei und mit Facebook erlebte, ist schon köstlich geschildert.

Kürzlich überkam mich die Version „Schlechtes Gewissen 2.0″, das mich ankreischte, ich sei nicht mehr up-to-date, nicht kommunikativ genug, nicht dabei. Ein Angstschauer überlief mich. Wann würden sie bemerken, dass ich drei Füller besitze, sogar am liebsten mit dem historischen schreibe, bei dem man die Tinte noch aus dem Fässchen aufziehen muss? Ich sah mich bereits abgeschoben in Kommunikationslager, in denen sie notorische Büttenpapierschöpfer und Mehr-als-140-Zeichen-Schreiber online umerziehen. Wollte ich wirklich unter KollegInnen enden, die noch eine mechanische Schreibmaschine besitzen oder gar miteinander eine Flasche Wein niedermachen, und nachher tatsächlich echten Alkohol in den Adern haben, statt in Foren auszurufen: „Stell dir Käff’chen hin, schmatz, lol!“

Den vollen Artikel in ihrem höchst lesenswerten Weblog finden Sie hier:

Petra van Cronenburg