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Jan Palachs Selbstverbrennung

15. Januar 2009

Am 16. Jänner jährt sich zum 40. Mal der Tag, an dem sich der tschechische Student Jan Palach selbst verbrannte. Er tat dies aus Protest gegen den Einmarsch der Warschauer Pakt-Straßen, die 1968 den sogenannten Prager Frühling blutig niedergeschlagen hatten. Mit der Absetzung Alexander Dubceks, an dessen Stelle in der Parteiführung Gustav Husak trat, begann die schleichende Zeit der sogenannten Normalisierung … eine Zeit der Angst.

Das deutschsprachige Radio Praha dazu:

Die damalige Propaganda versuchte naturgemäss die Motive für Palachs Tat zu verschweigen, den Studenten als einen psychisch gestörten Menschen darzustellen, oder wollte weismachen, er hätte sich zu der Tat nicht aus freien Stücken entschieden. So war z.B. in den Tagen kurz nach dem Tod Palachs in den amtlichen Tageszeitungen zu lesen, Palach sei – Zitat „das Opfer von antisozialistischen Kräften geworden, die ihm anstatt einer ungefährlichen speziellen Flüssigkeit für Lichteffekte Benzin untergeschoben haben“.

(…)

Vor 35 Jahren bewegte das Schicksal von Jan Palach insbesondere die Generation der 20- bis 40jährigen, die in der Tat des Studenten auch den Ausdruck ihrer eigenen enttäuschten Hoffnungen nach einer offeneren Gesellschaft sahen, die nach dem Einmarsch der Warschauer-Pakt-Panzer in die Tschechoslowakei auf einmal zerstört wurden.

(…)

Dennoch läutete der Jahrestag von Palachs Tat im Januar 1989, also genau zwanzig Jahre danach, auf Grund der vielen Protestkundgebungen, die von der Polizei brutal unterdrückt wurden, fast schon symbolisch den Anfang vom Ende der kommunistischen Herrschaft ein. Ist darin im Nachhineit ein Zufall der Geschichte zu sehen? Abschließend kommt noch einmal der Philosophieprofessor Jan Sokol zu Wort:

„Nein, das war kein Zufall, war aber vom Standpunkt her gesehen ein klares Zeichen der Lage des Regimes, das es nicht mehr schaffte wie früher Proteste einfach zu unterdrücken. Das haben die damals nicht mehr geschafft und es war ein Zeichen für den Zustand des Regimes. Und selbstverständlich hat das viele Leute mobilisiert gerade deswegen, weil sie sahen, dass das Aussicht auf Erfolg hatte.“

Übrigens: Im Herbst 2009 wird es 20 Jahre her sein, dass die kommunistischen Regime Mittelosteuropas fielen … in den meisten Ländern friedlich, wie man nicht aufhören kann, zu betonen. Für jene, die dieser Generation Europa angehören, den Leuten, die damals jung waren, eine höchst emotionale Erinnerung. Jedes Mal, wenn ich einfach so, nur mit gültigem Pass, eine Grenze überschreite … Denn das ging auch ganz anders.

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