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Erfahrungsberichte zur Verlagssuche

17. November 2009

Schreiben selbst ist das Schönste (meistens), aber Publizieren ist die Krönung aller Mühen. Weil ich immer wieder gefragt werde, möchte ich hiermit eine Sammlung beginnen:

Wie findet ein Manuskript einen Verlag – Erfahrungsberichte von Autorinnen und Autoren. Bitte schreibt Euren Bericht und verlinkt hierher oder nützt die Kommentarfunktion!Ich bin schon sehr gespannt.

Mein eigener Bericht: Wie „Schwarztee“ zum Gmeiner Verlag fand
(Buchbestellung über meinen Buchsalon auf www.texteundtee.at)

Christa S. Lotz: Wie finde ich einen Verlag

Nikola Hahn: Hering zum Frühstück, oder: Der lange Weg vom Manuskript zum (verkauften) Buch

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4 Kommentare leave one →
  1. 19. November 2009 18:01

    Wie ich zu meinem (einem meiner) Verlag(e) gekommen bin? Es gab da mal eine Anthologieausschreibung – vor Jahren – , in der Geschichten zum Meer gesucht wurden. Ich habe eine hingeschickt. Dann war, nach einiger Zeit, der Verleger am Telefon: Das Anthologieprojekt sei gestrichen, die Storys seien nicht gut genug gewesen. Bis auf meine. Ob ich nicht stattdessen ein Buch schreiben wolle…und dann schlug er mir ein Thema vor. Das habe ich dann brav gemacht …

    Und die Moral von der Geschicht?
    Verachtet mir die Kurzgeschichte nicht!

    liebe Grüße
    Nessa
    vom
    http://www.autorenexpress.de

  2. 19. November 2009 20:14

    Liebe Anni!

    Also mein Bericht ist wirklich überraschend kurz und simpel. 2007 habe ich meinen ersten Roman fertig gestellt. Ich habe mich im Internet und im Autorenhandbuch schlau gemacht, wie der beste Weg ist, und dort leuchtete in neonpink ein einziges Wort: AGENTUREN!!! Also habe ich Anfang 2008 ein Exposé (vorher natürlich informiert, wie man richtig Exposé schreibt) und die ersten 30 Seiten an 10 Agenturen verschickt. Diese hatte ich aus der enormen Auswahl nach folgenden Kriterien ausgesucht. 1. Seriosität: Eine Agentur darf erst verdienen, wenn ich verdiene, also erst nach erfolgreicher Verlagssuche, alles andere ist unseriös. 2. Fachgebiete: Auch Agenturen sind spezialisiert, also erstmal Spezialgebiete checken. Es hilft auch in Büchern deutscher GenrekollegInnen die Danksagungen anzuschauen. Da sind Agenten oft namentlich erwähnt. 😉 3. Bauchgefühl: Ja, auch das. Wie überall nicht zu vernachlässigen!

    Der Rest ist schnell erzählt. Zwei oder drei haben ziemlich schnell Eingangsbestätigungen geschickt, eine (tja! Pech, Pech!) eine Absage, dann (etwa 3-4 Wochen nach Versenden) hat mich Herr Jessen von Schlück angerufen und um das komplette Manuskript per Mail gebeten. Ich habe es ihm sofort geschickt und schon am nächsten Tag rief er an, er will es unbedingt vertreten. Darauf habe ich allen anderen Agenturen Bescheid gegeben (cool, selbst abzusagen!) und bekam den Agenturvertrag. Nur etwa zwei oder drei Wochen sind vergangen, dann rief mich Herr Jessen (ich vergesse es nie!) an und sagte, DTV hat ein erstes Angebot gemacht. Jetzt ist es sicher, dass das Buch veröffentlicht wird. Es ging dann Schlag auf Schlag, es gab zwei Mitbewerber, Blanvalet und Diana (faszinierenderweise beide Random House), die Gebote für den Vorschuss abgaben, und am Ende hat sich (wohl dank meiner tollen Lektorin Frau Müller) Diana deutlich durchgesetzt. Ich bekam einen Zweibuchvertrag, habe in Windeseile aus einer flüchtigen Idee ein Exposé gemacht und hatte damit meine ersten beiden Romane verkauft.

    Ich gebe zu, das ist ein Idealfall. Meist ist es schwieriger. Warum es nicht schwierig war? Ich glaube, Bescheidenheit ist eine Zier, aber hier unangebracht. Ich bin Perfektionistin und das „Hexendreimaldrei“ (damals noch „Die Froschkönigaffäre“) war schon ziemlich weit fortgeschritten und traf zudem einen Nerv. Das ist auch Glück, denn beim schreiben hatte ich keine Ahnung, dass grad diese Urban Fantasy-Chick Lit Mischung in Schwung kommen wird. Aber Glück ist sicher nicht alles, dazu war der Zuspruch zu deutlich. Ich schwöre ja auf einen perfekten Einstieg. Agenturen und Verlage wollen immer das erste Kapitel sehen, da ist nichts mit Zuckerln rauspicken. Und da entscheidet es sich. Darum legt viel, viel Wert auf euer erstes Kapitel, steigt mit einem Knaller ein, sucht euch die entscheidende Szene aus eurer Ideensammlung und fangt da an. Sonst landet ihr ganz, ganz schnell auf dem Altpapierstapel der Agenten und Lektoren.

    lg und alles Glück der Welt bei der Suche!
    Claudia

  3. 15. Februar 2010 22:58

    Liebe Anni,

    was für eine tolle Idee!

    ich hab auf meiner HP den Bericht, wie mein Erstling entstanden und nach langer Odyssee gelandet ist. (http://www.karla-schmidt.de/?cat=25). Er wird „Die Seelenfotografin“ heißen und unter dem Pseudonym Charlotte Freise erscheinen.

    Ich kopiere hier mal nur den Teil über die Verlagssuche rein:

    Ein richtiger Agent!

    Nach einem guten Jahr war ich mit “Isabels Schöpfung” fertig – und wusste dann nicht, was ich damit anstellen sollte. Durch einen Zufall ist das Buch bei einem Agenten gelandet – der ihn über Monate nicht gelesen hat.

    Irgendwann war ich ziemlich wütend deswegen und habe mit dem Gefühl, dass ich ohnehin nichts zu verlieren habe, drei weitere Agenten angerufen und den Roman am Telefon kurz und mit trotzigem Mut vorgestellt – oder “gepitcht”, wie man im Fachjargon sagt.

    Alle drei Agenten haben daraufhin das Manuskript angefordert. Soweit schon mal Erfolg und Genugtuung.

    Von einer Agentur habe ich noch am selben Tag eine Absage erhalten. Mein Mut sank ein wenig.
    Von der zweiten Agentur habe ich zwei Tage später eine begeisterte Zusage erhalten. Ich war obenauf!
    Und die dritte Agentur hat mir ein dreiviertel Jahr später einen Vertrag angeboten. Auch schön. Ich durfte meine erste dankende Absage formulieren.

    Einen Agenten zu haben, der mich unterstützte und hinter “Isabels Schöpfung” stand, war auf jeden Fall ein großer Schritt nach vorne, auch wenn es noch etwas dauern sollte, bis mit “Isabels Schöpfung” etwas passierte.

    Das Buch ist nicht vermittelbar

    Nach einem guten Jahr und einem halben Roman später haben sowohl der Agent als auch ich aufgegeben, das Buch unterzubringen.
    Sämtliche Verlage waren der Meinung, dass man das Buch nicht vermarkten könne, weil es in keine Genreschublade passt.
    Es war kein historischer Roman, keine Fantastik, kein Krimi, keine Lovestory, nicht eindeutig Literatur und nicht eindeutig Unterhaltung – sondern irgendwas dazwischen.
    Ich bin irgendwann dazu übergegangen, das Buch eine “novel noir” zu nennen, aber dieses Genre schien merkwürdiger Weise niemanden zu interessieren.

    “Isabels Schöpfung” wanderte 2008 als “nicht vermittelbar” in die Schublade.

    Mein Agent tröstete mich: Wenn ich erstmal mit Roman Nr.2, an dem ich inzwischen arbeitete und der ein marktgerechter Psychothriller werden sollte, draußen und erfolgreich sei, dann würde sich auch jemand für “Isabels Schöpfung” interessieren. Außerdem landen die ersten ein bis drei “Gesellenstücke” ohnehin meist in der Schublade, bevor das erste “Meisterstück” einen Verlag findet.

    … aber zum Glück gibt es auch andere Wege zum Verlag.

    Ich weiß nicht warum, aber aus irgendeinem irrationalen Impuls heraus beteiligte ich mich mit “Isabels Schöpfung” an dem Rowohlt-Wettbewerb “Der historische Roman 2009″.
    Das Buch gewann nicht. Klar, es ist ja auch kein “richtiger” historischer Roman – sondern irgendwas dazwischen.
    Ich war nicht einmal enttäuscht.

    Tod und Geburt

    Als ich dann im August 2009 mit meinem Onkel in Bückeburg auf den Parkplatz eines Ruheforstes fuhr, in dem zwei Wochen zuvor die Urne meiner Tante unter einer alten, üppigen Buche beigesetzt worden war, klingelte das Handy.
    Es hätte keinen unpassenderen Moment geben können, aber als ich auf das Display sah, bin ich trotzdem ran gegangen. Die Hoffnung stirbt schließlich immer zuletzt.

    Ich wusste, es muss irgendetwas aufregendes passiert sein, wenn mein Agent mich mitten im Urlaub anruft:
    “Isabels Schöpfung” war durch den Wettbewerb gerauscht. Aber eine Lektorin hatte sich in das Buch verliebt und es ihrem Programmleiter ans Herz gelegt. Mein Agent hat dann alles für mich verhandelt.

    Und so sind wir fast vier Jahre nach Fertigstellung des Manuskriptes doch noch zu einem Verlagsangebot gekommen. 🙂

    Liebe Grüße und viel Durchhaltevermögen und dickes Fell allen VerlagssucherInnen!

    Karla

  4. 3. August 2010 21:08

    Nachdem ich nun die obigen Kommentare und vor allem guten Ratschläge zu Gemüte geführt habe, fasse ich doch noch etwas Mut, um mein Manuskript weiter anzubieten. An Agenten hatte ich bis dato noch nicht gedacht.
    Tatsächlich ist es auch bei mir so etwas wie ein Zwischending, nicht Fleisch und auch nicht Fisch!
    Es handelt von meinen teilweise außergewöhnlichen Reiseerfahrungen (Tsunami, Vulkanausbruch etc.) und vordergründig von den Projekterfahrungen im südlichen Afrika. Obendrein ist es etwas lustig formuliert, was normalerweise mit Afrika und seinen „Problemen“ nicht zusammenpasst. Die meisten Autoren auf diesem Gebiet drücken kräftig auf die Tränendrüsen.
    Ich habe in der Zwischenzeit einige Varianten ausgearbeitet, eine etwas ernstere, seriösere und das andere Extrem: Sehr verspielt, mit reichlich Spitznamen und Geistern gespickt.
    Bis jetzt noch hilflose Grüße
    von Birgit

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